Gin gehört zu den faszinierendsten Spirituosen der Welt. Im Gegensatz zu sortenreinen Bränden lebt ein Premium Dry Gin von der kunstvollen Komposition verschiedenster Kräuter, Beeren, Wurzeln und Rinden – den sogenannten Botanicals. Doch wie verwandelt sich eine Mischung aus pflanzlichen Rohstoffen in ein klares, aromatisches Destillat? Hier ist der Blick hinter die Kulissen der traditionellen Gin-Herstellung.
Die Basis jedes Gins ist ein hochreiner Agraralkohol (Neutralalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs), der meist aus Getreide wie Weizen oder Roggen gewonnen wird. Seine Reinheit ist entscheidend, da er als neutraler Geschmacksträger dient. Mindestens genauso wichtig ist das Wasser: Für den Latschinger Gin verwenden wir reinstes, mineralarmes Gebirgswasser direkt aus den Loferer Steinbergen in Tirol.
Unter Mazeration versteht man den Kaltauszug der Aromen: Die handverlesenen Botanicals – allen voran Wacholderbeeren, Koriandersamen, Zitruszesten und unsere charakteristische Loferer Latschenkiefer – werden in den verdünnten Neutralalkohol eingelegt. Über mehrere Stunden bis Tage lösen sich die wertvollen ätherischen Öle und Aromastoffe im Alkohol.
Nach der Mazeration wandert der aromatische Ansatz in die traditionelle Kupferbrennblase (Pot Still). Kupfer spielt dabei eine biochemische Schlüsselrolle: Es bindet unerwünschte Schwefelverbindungen und sorgt für ein samtig-weiches Mundgefühl.
Beim Erhitzen trennt der Brennmeister das Destillat in drei Fraktionen:
Das Herzstück darf nach dem Brennen für einige Wochen in Edelstahltanks ruhen, damit sich die Moleküle entspannen und die Aromen verbinden. Anschließend wird der Gin mit kristallklarem Gebirgswasser langsam auf seine Trinkstärke von 43 % Vol. herabgesetzt. Nach einer behutsamen Filtration ist der Latschinger Stoaberg Dry Gin bereit für die Flasche.