Gin ist nicht gleich Gin – Arten und Stile

So verschieden wir auch wir es sind, so ists´ auch bei unserem geliebten Gin!

Allgemeine Grundvoraussetzung

Alle Gin-Sorten müssen aus einem destillierten Basis-Alkohol (Alkohol aus Getreide, Früchte, Kartoffeln, usw.) bestehen, der mit Wacholder und anderen pflanzlichen Rohstoffen (Botanicals) aromatisiert wird. Dabei ist der Wacholder ein Muss, die Anzahl der Botanicals können in der Art und Anzahl jedoch selbst gewählt werden.

By the way: Für die meisten Gin-Sorten wird ein Getreidealkohol verwendet, doch es gibt auch Alternativen wie etwa Wein (G’vine), Äpfel (Kaiser Gin) oder sogar Zuckerrohr (Gölles Hands On).

Traditionelle Rezepte greifen meist auf wenige Zutaten zurück, doch viele HerstellerInnen setzen auf mehr und geben dies auch an, da es oft zu den Merkmalen des jeweiligen Gins gehört.  Die Angabe ist jedoch nicht Pflicht. Ein bekanntes Beispiel ist der Monkey 47, hier verrät der Name sogar die Anzahl der Botanicals.

Hier eine kleine Übersicht für Euch, welche Euren Gin-Horizont erweitert

Die drei wichtigsten Gin-Stile:

Wie Ihr ja schon wisst, muss der Wacholder bei einem Mindestalkoholgehalt von 37,5 Vol.-% (in den USA 40 Vol.-%) geschmacklich dominant bleiben. Nur dann spricht man von einem Gin.

Alle anderen Unterscheidungen beziehen sich vor allem auf die Herstellung.

  • Die erste Form ist ´Gin´ alias ´Cold Compound Gin´.
    Danach werden die Pflanzen in Alkohol ausgelaugt, die soliden Teile herausgefiltert und das Endprodukt in Trinkstärke abgefüllt.
  • ´Distilled Gin´ hat einen Produktionsschritt mehr.
    Die Pflanzenauszüge werden noch einmal destilliert, wodurch auf eine Konzentration der Geschmäcker abgezielt wird. Anschließend dürfen weitere Aromatisierungen erfolgen.
  • ´London (Dry) Gin´ (bekannteste Gin-Stil)
    Hier werden höhere Anforderungen an die Produktion gestellt. Er tauchte nach 1830 in London auf, darf aber überall auf der Welt produziert werden. Dieser Gin muss re­destilliert werden, wobei der Basis-Alkohol qualitativ hochwertig sein muss. Das Destillat muss mindestens 70 Vol.-% Alkohol aufweisen, nach der Destillation ist eine weitere Aromatisierung nicht zulässig, also wird nur mit Wasser die Trinkstärke eingestellt.

By the way: Das Wort »Dry«, dass sehr oft auf Gin-Etiketten zu lesen ist, kommt in keiner Definition vor. Allerdings soll es auf Gin-Sorten hinweisen, die sehr wenig oder gar nicht gesüßt sind.

 

Weiter Stile:

The old ones – alte Gin-Stile: 

´Old Tom Gin´:  keine genaue Definition, gesüßter Stil, Revival durch wiederkehrendes Interesse, manche HerstellerInnen widmen sich den alten Rezepturen wieder
´Plymouth Gin´:
technisch gesehen ein Distilled Gin

The new ones – neue Gin-Stile:

Der Begriff ´New Western Dry Gin´: wurde Anfang der 2000er-Jahre geprägt, soll Gin-Arten zusammenfassen, die nicht in erster Linie den Wacholdergeschmack verfolgen, sondern oft regionale Eigenheiten in den Vordergrund rücken, ist keine zwingende Bezeichnung

Begriffe wie ´Mediterranean Gin´ oder ´New Style Gin´: zeigen die immer größere Grenzverschiebung der klassischen Gin-Sorten

By the way: Beliebt sind auch geografische Bezeichnungen, wie Munich, Schwarzwald oder Waldviertel. Diese geben zwar einen Hinweis auf die Herkunft der Hersteller, haben aber mit der Produktionsweise oder dem zu erwartenden Geschmack nichts zu tun.

 The special ones – die speziellen Gin-Stile:

´Aged Gin´ alias ´Cask rested´oder ´Reserve´
Es handelt sich um Versuche, Gin in Holzfässern reifen zu lassen. Mit dem Holz werden besondere Geschmäcker zugefügt, die sonst nicht erreicht werden können. Die große Herausforderung für HerstellerInnen ist es, trotz des Holzeinsatzes das Wesen des Gins zu erhalten.

Gin Rosé alias ´Pink Gin´
Es ist die neueste Entwicklung und erst kurz wahrnehmbar. Man spricht von Abfüllungen, die oft stark mit Beerenfrüchten aromatisiert werden und daher süßlich schmecken und eine rosa Farbe aufweisen. Eine genaue Definition fehlt bislang. Als Basis von sommerlichen und trendigen Spritz-Cocktail-Varianten (aufgegossen mit Soda oder Tonic) wird dieser Stil immer beliebter.

´Sloe Gin´
Dieser Stil ist ein Klassiker und feiert sein Comeback. Hier wird der Gin mit Schlehen und anderen Zutaten aromatisiert, mit ca. 20 bis 35 Vol.-% abgefüllt und als fruchtig-süßliche Likörvariante verwendet.